„Brot für die Welt“: Arme Länder bei Klimagipfel überrollt

Klimaexpertin des evanglischen Hilfswerks bezeichnet Entwurf der Abschlusserklärung als „Zumutung“

Kattowitz (epd). In der Schlussphase des UN-Klimagipfels in Kattowitz hat „Brot für die Welt“ einen rücksichtlosen Umgang mit Entwicklungsländern beklagt. Für die vom Klimawandel am meisten bedrohten Länder sei der am Morgen des 14. Dezember vorgelegte Entwurf der Abschlusserklärung „eine Zumutung“, kritisierte die Klimaexpertin des evangelischen Hilfswerkes, Sabine Minninger. Die Anliegen der ärmsten Staaten würden von den Industriestaaten und den ölexportierenden Ländern vollkommen überrollt.

Nur noch eine Fußnote

So tauche der Umgang mit klimabedingten Schäden und Verlusten in dem Entwurf für die Umsetzungsregeln des Pariser Klimaabkommens nur noch in einer Fußnote auf, erläuterte Minninger. Im Kapitel über die Finanzierung von Klimahilfen würden bereits eingetretene Schäden noch nicht einmal erwähnt, ergänzte sie. Dies sei nicht hinnehmbar.

Bei dem Gipfel in Polen verhandeln Vertreter von mehr als 190 Staaten über Regeln zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens von 2015. Die Konferenz sollte offiziell am Freitag zu Ende gehen. Mit einer Verlängerung bis Samstag wird gerechnet.