Fehrs: „Die gesellschaftliche und politische Situation in unserem Land mit den Augen Gottes betrachten“

EKD-Ratsvorsitzende schreibt Muslim*innen zu Beginn des Fastenmonats Ramadan

Zum Fastenmonat Ramadan, der in diesem Jahr am Freitagabend, 28. Februar, beginnt und am Sonntag, 30. März, mit dem Fest des Fastenbrechens endet, hat die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischöfin Kirsten Fehrs, in einem Brief an die muslimischen Mitbürgerinnen und Mitbürger herzliche Grüße und Wünsche der EKD übermittelt.

Bischöfin Fehrs erinnerte daran, dass der Beginn des Ramadans in diesem Jahr nahezu mit der christlichen Fastenzeit zusammenfällt. Die Fastenzeit durchbreche die tägliche Routine und lenke die Aufmerksamkeit auf das, was Menschen ebenso nötig haben wie Essen und Trinken. „Dazu gehören Familie, Freunde und Nachbarn, aber auch die Beheimatung in einer religiösen Gemeinschaft sowie eine lebendige, alltagsbewährte Beziehung zu Gott“, so die Ratsvorsitzende. „Wir wissen, wie wichtig solche Zeiten sind, in denen wir intensiver als sonst über unsere eigenen Bedürfnisse und unser Verhalten nachdenken, aber auch die Not anderer verstärkt in den Blick nehmen und nicht zuletzt versuchen, die gesellschaftliche und politische Situation in unserem Land mit den Augen Gottes zu betrachten.“

Die Ratsvorsitzende hob dabei die Bedeutung von Versöhnung und Verständigung hervor, die im Ramadan ebenfalls eine Rolle spielen: „Im Mai sind es acht Jahrzehnte, dass der Zweite Weltkrieg beendet wurde. Dieses Gedenken führt uns schmerzhaft vor Augen, dass die Bewahrung des Friedens in der Welt, in Europa und vor der eigenen Haustür eine bleibende und drängende Aufgabe ist“, so Bischöfin Fehrs. „Wir spüren stärker als je zuvor: Frieden ist kein Zustand, der ein für alle Mal garantiert werden kann. Frieden muss viel-mehr immer wieder gewagt, eingeübt und mitunter auch mühsam errungen werden.“ Bischöfin Fehrs dankte den muslimischen Gemeinden für die zahlreichen Einladungen zum allabendlichen Fastenbrechen, bei denen auch Menschen anderen Glaubens willkommen geheißen werden. „Solche Zeichen sind kaum zu überschätzen in einer Zeit, in der Polarisierungen an vielen Orten überhandnehmen.“

Hannover, 27. Februar 2025

Pressestelle der EKD
Carsten Splitt

Hinweis: Die Grußbotschaft zum Ramadan der Vorsitzenden des Rates der EKD ist abrufbar unter www.ekd.de/grusswort-zum-ramadan-2025-88716.htm