„Entwicklungszusammenarbeit ist eine elementare Investition in die eigene Sicherheit und Zukunft“

Ökumenischer Aufruf setzt Zeichen für verlässliche internationale Entwicklungszusammenarbeit

Unter dem Eindruck der jüngsten politischen Entwicklungen wenden sich der stellvertretende Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Tobias Bilz, und der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Bertram Meier, mit einem gemeinsamen Aufruf an die Öffentlichkeit. Mit dem Aufruf wollen sie ein ökumenisches Zeichen für verlässliche Entwicklungszusammenarbeit setzen.

„Die Welt steht vor großen Aufgaben: Klimawandel, Hunger, Flucht und Krisen erfordern internationale Zusammenarbeit und Solidarität. Vor diesem Hintergrund erfüllen uns Überlegungen bei den laufenden Koalitionsverhandlungen, die deutsche Entwicklungspolitik drastisch zu kürzen, mit großer Sorge.

Gerade in dieser Zeit geopolitischer Verschiebungen geht es darum, dass wir verlässliche und stabile Beziehungen zu den Partnern im globalen Süden erhalten. Mit der Zerschlagung von USAID und der drastischen Kürzung der Mittel in Großbritannien und anderen Ländern ist die internationale Zusammenarbeit mit den ärmeren Ländern extrem gefährdet. Das eine sind die humanitären Gesichtspunkte, die viele in unserem Land teilen, aber die leider im Diskurs der neuen Härten nicht mehr ausschlaggebend sind. Das andere ist das drohende massive Sicherheitsrisiko und eine unverantwortliche Steigerung von Fluchtursachen. Auch deshalb braucht es stabile, vertrauensvolle Entwicklungszusammenarbeit. Als Kirchen haben wir tausende Partnerschaften in den globalen Süden, die durch kontinuierliche Kontakte und gemeinsame Projekte stabilisierend wirken. Das würde ebenfalls massiv auf dem Spiel stehen. Wir wissen: die Unterstützung von selbsttragenden Ernährungssystemen auf dem afrikanischen Kontinent ist eine Investition in eine bessere, nachhaltige Welternährung; Hilfe bei der Umstellung von Verkehrssystemen auf erneuerbare Energie in Lateinamerika reduziert Treibhausgase und bremst den Klimawandel für die gesamte Menschheit; Unterstützung bei der friedlichen und demokratischen Überwindung von Gewaltkonflikten stabilisiert ganze Gesellschaften und verringert die Gefahr neuer Konflikte weit über die Grenzen eines betreffenden Landes hinaus.

Entwicklungszusammenarbeit fördert also Demokratie und Menschenrechte, stärkt den Zusammenhalt der Menschen über Grenzen hinweg und ist damit zugleich eine elementare Investition in die eigene Sicherheit und Zukunftsfähigkeit.“

Hannover, 28. März 2025

Pressestelle der EKD
Carsten Splitt