Theologin Bahr: Tanzverbot am Karfreitag beibehalten

Oberursel (epd). Die evangelische Regionalbischöfin aus Hannover, Petra Bahr, hat sich für die Beibehaltung Karfreitags als sogenannten stillen Feiertag ausgesprochen. Karfreitag feiere nicht die Stille als solche, „sondern die Todesstunde Jesu“, schrieb Bahr in einem Beitrag für das Magazin „Publik-Forum“ (Ausgabe vom 4. April).

Angesichts des vielfältigen Leidens in der Welt müsste man einen stillen Feiertag erfinden, wenn es ihn nicht längst gäbe, erklärte Bahr, die dem Deutschen Ethikrat angehört. „Der Karfreitag ist still, aber nicht ruhig, nicht friedlich. Er verstört. Er fordert heraus, dort hinzusehen, wo es wehtut, auch in die eigene angstvolle Seele“, schrieb die Theologoin. „Vielleicht ist der Karfreitag als Zeitenwende des Christentums auch der richtige Tag für die vielen Zeitenwenden, die gerade ausgerufen werden.“

Die Vorsitzende des religionskritischen Bundes für Geistesfreiheit in München, Assunta Tammelleo, plädierte dagegen für die Abschaffung des Tanzverbots. Dieses sei nicht-christlichen Menschen unzumutbar. Es sei vielmehr Ausdruck eines undemokratischen Staatsverständnisses. „Dort, wo religiös begründete Moralvorstellungen in staatliche Gesetze für alle gegossen werden, ist nichts Gutes zu erwarten“, erklärte Tammelleo.